Samstag, 8. Januar 2011

Beatclub Bandcorner no.41 - Archie Bronson Outfit (uk)

Das Trio Archie Bronson Outfit wurde vom Domino Labelchef Laurence Bell in seinem Lieblingslokal im Südwesten von London entdeckt. Sam Windett (Vox / Guitar), Dorian Hobday (Bass) und Mark Cleveland (Drums) sind – genauso wie ihre Labelmates Franz Ferdinand – begabte Kunststudenten, die sich mit Hilfe der Rockmusik eine neue Kommunikationsplattform kreiert haben.
Anders als die Franzbuben sind Archie Bronson Outfit mit ihrem außergewöhnlichen Sound und klasse Rocksongs nicht in die Indieecke zu stellen, sondern eher in die Garageschublade zu packen. Sie gehören bereits jetzt auf der Insel zu den großen Hoffnungen des modernen, psychedelischen Rock und lassen damit einen ähnlichen Black Lips Hype wie in Festlandeuropa auf der Insel gar nicht einmal aufkommt.  
Indigo schreibt über das neuste Werk des ABO folgendes. „Coconut heißt das dritte Album des englischen Rocktrios Archie Bronson Outfit und  ist eine Platte voll mächtiger Riffs, abgefahrener Loops und dem Sound einer Band, die in ihrer eigenen Individualität und Intensität zu schwelgen scheint. Das Ergebnis klingt wie ein Dschungel musikalischer Visionen, in dem einzig das Gesetz des freien Wildwuchses gilt.“
Archie Bronson Outfit werden allen Fans von The Von Bondies, Black Lips aber auch Lieblingen von Sonic Youth und PJ Harvey eine große Freude bereiten.

Song you should listen to: Hoola
Myspace: http://www.myspace.com/archiebronsonoutfit....

Youtube:  http://www.youtube.com/watch?v=LNGSwk_7BRA (Dead Funny)
Editor: Marky Mushroom

Beatclub Bandcorner no.40 - The Strange Boys (us)

Das neue Steckenpferd von Rough Trade sind keine Süßen Indiepoper, sondern garagenlastige 6ts Punks mit Hang zu Psychedelic und Folk.
 
Bob Dylan lässt auf dem neuen Album – exklusiv über Rough Trade – von den Strange Boys aus Austin, Texas ebenso grüßen wie diverse Nuggets und Pebbles Einflüsse aus der guten alten Garagen Zeit der frühen 60er. Texas ist also nicht nur die Heimat von einem G.W Bush sondern auch dafür verantwortlich, dass der Garage-rockige Sound, der gekonnt Rn'B und Country-Elemente feint, mit den Strange Boys einen weiteren Vertreter hat. Neben so beispielen wie den  Black Lips und King Khan & The BBQ Show scheinen auch die Strange Boys von der Musik jenseits der 60er nichts mitbekommen zu haben. Gut so! gibt es doch ohnehin schon genug von unnötigen nach Arcade Fire oder MGMT klingenden Indiegroups.
Somit liebe Lese zieht auch die Strange Boys rein, denn bald werden Sie auch in Europa auf sich aufmerksam machen. Den Backround mit NME und Rough Trade haben sie schon mal, wird also nicht mehr lang dauern bis sie auf diversen Großveranstaltungen zu sehen sind.

Jetzt aber noch hier im Indieunderground verwurzelt hoffen wir, dass vielleicht die Strange Boys es schaffen, ein wenig mehr Farbe in die öde Indieszene, zu bringen.

Song you should listen to: Be Brave
Myspace: http://www.myspace.com/thestrangeboys
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=VGU7fk1knG0 (Poem Party)
Editor: Marky Mushroom

Beatclub Bandcorner no.39 - Liechtenstein (swe)

Nein hier handelt es sich nicht um den Staat Liechtenstein sondern um eine süße Girl-Band aus Schweden Göteborg!  So wie auch die Dum Dum Girls und die Vivian Girls gehören Liechtenstein zu jenen interessanteren Bands die Shoegaze, Twee und Post-Punk gekonnt miteinander vermischen und gerade dabei sind Europa zu erobern.  Diese Bands haben einiges gemeinsam. Alle drei sind Girl-Only-Bands, haben sich dem Post-Punk verschrieben und sind dran und drauf ihren sexy Vintage-Outfits und arty Covers Teile der Indiewelt verzaubern, die nicht dem Elektrowahnsinn verfallen sind.

Der introvertierte Lo-Fi-Sound und deren Do-It-Yourself-Charakter der sich in die Gehörgänge eines jeden einprägt ist dabei mindestens so stark von ihrem Equipment geprägt wie auch durch die aktuelle gesellschaftliche Stimmung. Für Modebewusstsein eines zeitgenössischen Hipsters sind also nicht nur die Kings of Leon wichtig, sondern auch bald Liechtenstein, die nicht mit einem ausgeglichen Staatshaushalt sondern vielmehr mit guter Musik glänzen.

Eine ausführlichere Version über Liechtenstein, deren Inspiration und weitere Anspieltipps gibt’s unter
http://www.78s.ch/2009/05/12/sophisticated-punk-populare-girl-bands-inspirieren-sich-bei-ch-bands/

Bis nächste Woche an dieser Stelle! Beatclub Band Corner Writer Marky Mushroom sagt danke!

Song you should listen to: This Must Be Heave
Myspace: http://www.myspace.com/liechtensteinia
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=w5ljMBdyq1Q&feature=player_embedded
Editor: Marky Mushroom

Beatclub Bandcorner no.38 - The Pains OF Being Pure At Heart (us)

Und wieder ein Shoegaze Tipp im Beatclub Bandcorner. Oder doch nicht? Der Name “Pains of being pure at heart” würde ja passen, ganz richtig ist es aber dennoch nicht, dass New Yorker Quartet rund um Keyboarderin Peggy Wang in diese Genreschublade zu stecken. Die Band gründet sich 2007 in Brooklyn, um auf Peggy Wangs Geburtstagsparty aufzuspielen und benannte sich schlicht nach einem unveröffentlichten Kinderbuch eines Freundes der Band. Hätten wir also das Shoegazethema erledigt. Eine feine Mischung aus noisigen Raveonettes vermischt mit dem Popappel von Belle & Sebastian. Indie Pop also und nicht Shoegaze, geht man nach bandeigenen Angaben. Ganz unrichtig ist die Zuordnung zu diesem Genre doch nicht, kann man bei genauerem Hinhören Ansätze von lyrische Melancholie wie einst  The Smiths versteckt hinter gewaltigen Gitarrenwände die an My Bloody Valentine erkennen. Noch dazu geben POBPAH als Selbstreferenz ohnehin die Legendären The Jesus & The Mary Chain, The Wedding Present, Teenage Fanclub, The Field Mice und laut Peggy Wang "the coolest band ever" The Pastels an. Nach einigen 7’’Vinyls und EPs gibt es aktuell die nachfolge EP “ Higher Than the Stars“ zum erfolgreichen Debuetalbum, dass ebenso wie der Bandname nach dem unveröffentlichten Kinderbuch des Freundes mit „Pains of being pure at heart“ betitelt  wurde. Bis dato noch nicht oft in Europa gewesen und Österreich sowieso vernachlässigt, wird sich das, so hoffen wir, bald ändern..

Song you should listen to: Come Saturday
Myspace: http://www.myspace.com/thepainsofbeingpureatheart
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=pn2SwHEn0FA
Editor: Marky Mushroom

Beatclub Bandcorner no.37 - Magic Kids (us)

Wir hatten die Schwedeninvasion Ende des Millenniums, den Revival des Britpops mit Franz Ferdinand, den Indietronic Hype rund um Hot Chip, MGMT und Klaxons nun dürfte neben dem Indie-Folk (in diesem Sinne wird an Mumford & Sons, Farfalo und wie sie nicht alle heißen, gedacht) auch die Low-Fi Indie Pop Ecke stark im Kommen sein.
Rough Trade mag sie, die Gruppe „Girls“ (Lieder wie Laura und Lust for life sind bei der Indiecrowd längst bestens bekannt) mag sie und hat sie bei einigen USA Shows gleich als Support dazugepackt. Die Information im Internet über die 7-köpifge Truppe ist spärlich. Kein Pressetext, simple Myspace Seite mit wenig Inhalt, 2 Lieder mit kurzem Verweis auf die erste 7’’ über Rough Trade. Derzeit noch weitgehend unbekannt in Europa dürfte sich dank der Rough Trade Distribution das bald ändern.  In dieser Hinsicht dürfte ein steiler Aufstieg neben ähnlichen Bands in der Szene wie Beach House, Girls und auch Surfer Blood, Best Coast gewiss sein. Es könnte also nicht lange dauern und Magic Kids erlangen einen ähnlichen Hype durch den NME wie ihre Landsleute The Drums. Während sich The Drums eher auf Surfer-Elektropop konzentrieren, bleiben die Magic Kids aus Memphis/Tennessee eher beim kuscheligen Indiepop á la Belle & Sebastian. Tennessee wird künftig also nicht nur bekannt sein durch deren Whiskey und Memphis, insbesondere nicht nur durch Elvis sondern auch für deren verspielten Indiepop (von Kids darf man so was auch erwarten). Ob aber die Magic Kids an einen kommerziellen Erfolg des Kings anknüpfen können wird bezweifelt. Müssen und sollen sie auch nicht.

Song you should listen to: Superball
Myspace: http://www.myspace.com/themagickids
Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=4obA2YDc69o&feature=player_embedded
Editor: Marky Mushroom

Beatclub Bandcorner no.36 (+Interview) - The Tamborines (uk)

The Tamborines – 28.01.2010 @ Bang Bang Club, Berlin
By Elena Tarasz


“Wir wollen keine düstere oder traurige Band sein. Es gibt schon so viel Traurigkeit auf der Welt. Wer braucht da noch traurige Bands,” sagt Henrique Laurindo, Gitarrist und Sänger der drei-köpfigen Band The Tamborines, die am 28. Januar 2010 ihr erstes Konzert auf deutschem Boden in Berlin im Bang Bang Club spielten. Mit Songs wie "Sally O'Gannon" oder  "What Took You So Long” wurde die in London lebende Gruppe stets mit Shoegaze in Zusammenhang gebracht, einem Alternative Rock Subgenre, das Ende der 80er Jahre entstand.
Der Begriff umfasst ein äußerst breites Spektrum an Stilen und bewegt sich dabei zwischen dem traumartigen Sound von Ride und den groben Klängen von The Jesus and Mary Chain. Der Sound der Tamborines wandert zwar eindeutig auf den Pfaden des Shoegaze, geht aber gleichzeitig in eine viel positivere und tanzbarere Richtung.  Darüber hinaus stehen die dynamischen Konzerte der Band in klaren Kontrast zu genretypischen Liveshows, die von einem introspektiv losgelösten, „Schuhe starrenden“ Verhalten gezeichnet sind.
Tatsächlich erinnern die Tamborines auf der Bühne an Bands wie die The White Stripes, mit ihrem hervorstechend vielseitigen Gitarren- und eindringlichem Schlagzeugsound. Sogar die lieblich süße Stimme der Co-Sängerin und Keyboarderin Lulu Grave erinnert an die von Meg White.

Das Tamburin kann man durchaus als das Herzstück jeder Shoegaze Band sehen. Ist dies der Grund für eure Bandnamenwahl, oder gibt’s da einen anderen, weil ihr euch ja anders schreibt?

Henrique: Das erste Velvet Underground Album zeigt dieses Bild, wo Andy Warhol sein Gesicht mit einem Tamburin rahmt und du siehst dir das an und denkst “Wow, wie cool ist das denn“.  Aber um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht wie wir auf unseren Namen gekommen sind. Da gab’s so viele zur Auswahl und wir hatten uns auch erst nach den ersten Aufnahmen einen Namen gegeben.  Ich glaub du hast ihn ausgesucht, Lulu. Ich weiß gar nicht warum wir ‘ne andere Schreibart haben.  Oh warte…zu der Zeit haben wir ‘ne Menge Bands aus den 60s gehört wie The Byrds oder The Beatles und die haben alle einen bestimmten Buchstaben in ihrem Namen verändert um daraus ‘ne Art Label zu machen. Wir wollten dasselbe.

Ohne welches Instrument könntet ihr als Band nicht leben?


Henrique: Das ist schwer zu sagen.

Lulu: Wenn du ‘ne One-Man Band bist, dann denke ich wär’s das Keyboard. Da hast du echt alle Sounds und sogar ‘ne Drum-Machine. Für uns ist die Gitarre das wichtigste Instrument.

Henrique: Ich weiß, ohne welches Instrument wir definitiv leben könnten: den Bass! Wir benutzen nämlich keinen [lacht].

Ihr seid auf einer britischen Shoegaze Compilation namens “Sonic Cathedral Classics Volume 1” vertreten. Wie kam denn das zustande?

Henrique: Wir waren sogar die erste Band auf dieser Compilation. Sonic Cathedral  fing als Clubveranstaltung in London an, wo vor allem  Shoegaze, Psychedelic und elektronische Musik gespielt wurde.  Das gab’s davor noch nicht in London, weshalb es für uns echt ‘ne tolle Sache war.  Im Laufe der Zeit fingen die Verantwortlichen an Platten zu veröffentlichen und unsere war die erste Single, die sie rausgebracht haben. Später kam dann diese Compilation, die fast jede der Bands gefeatured hat. Aber meiner Meinung nach ist Cathedral CLASSICS ein ziemlich komischer Name, weil man da eigentlich alte Songs aus den 80s erwartet.

Lulu: Ja, aber gleichzeitig ist es auch ziemlich schmeichelnd auf ‘ner CD zu sein, welche die Songs neuer Bands als Klassiker bezeichnet.

Gibt es einen Song auf der Compilation, den ihr besonders mögt?

Lulu: Oh, da gibt’s ‘ne Menge! Aber am besten finde ich das Lied von Sarabeth (Tucek, “Something For You”).

Henrique: Ja, es ist wirklich ’ne tolle Platte und ziemlich gut für uns, dass wir da drauf sein dürfen.

Wo ist der beste Ort um eure Musik zu hören?
Lulu: Wahrscheinlich im Auto. Wir lieben es Musik im Auto zu hören. Der Sound ist fantastisch und du bist allein, quasi in deiner eigenen kleinen Welt, komplett abgeschlossen vom Rest.  Außerdem nimmst du so viele Eindrücke auf.

Henrique: Wir lieben die Assoziation von Musik und Bildern. In Brasilien sind wir damals so viel herumgereist und während Lulu fuhr hab ich die CDs gewechselt. Heute ist etwas Komisches passiert, als wir das erste Mal durch Berlin gefahren sind. Wir hörten The Velvet Underground im Auto, eine unserer Lieblingsbands. Das war echt ‘ne Erfahrung diese Musik zu hören und durch Berlin zu fahren

Lulu: Wir hätten den Song “Berlin” hören sollen.

Was wäre denn dann die passendste Umgebung für eine Autofahrt mit eurer Musik?


Lulu: Wahrscheinlich einfach nur das Reisen im Allgemeinen. Aber einige unserer Lieder sind auch für Clubs gemacht. Was ich damit meine ist, dass wir mit jedem neuen Song auch die Zukunft von eben diesem berücksichtigen, also was die Leute später damit machen könnten. Wir würden echt gern Songs schreiben, zu denen die Leute tanzen. Leider denken viele, dass wir ziemlich dunkel und traurig klingen würden, aber das tun wir nicht.

Henrique: Wir wollen keine düstere oder traurige Band sein. Es gibt schon so viel Traurigkeit auf der Welt. Wer braucht da noch traurige Bands!

Let's Kiss And Make Up ist eine neue Form von Veranstaltung im Bang Bang Club, wo vor allem Shoegaze gespielt wird. Stellt euch vor ihr hättet eine eigene Clubnight, wie würdet ihr die umsetzen?

Lulu: Wir haben echt schon mal drüber nachgedacht sowas in London zu veranstalten, aber uns fehlt eindeutig die Zeit. Aber wenn wir sowas machen würden, würden wir definitiv Projektionen oder Kurzfilme benutzen. Und in Sachen Bands, definitiv nicht mehr als zwei pro Abend. Wir hassen es, wenn so viele Bands auf einmal spielen, außer natürlich bei Festivals. 

Gibt’s in London oder England eine beständige Shoegaze Szene? 

Henrique: Das ist echt seltsam, weil als die Clubnight Sonic Cathedral anfing, fühlte es sich so an als wär dies das Erste, das was mit Shoegaze zu tun hatte.

Lulu: Ja, ‘ne richtige Szene gibt es nicht.

Henrique: Wahrscheinlich, weil die Leute die Shoegaze machen irgendwie in ihrer eigenen Welt leben und sich vom Rest isolieren. Es ist ziemlich schwer sich mit jemanden zu unterhalten, der die ganze Zeit auf seine Schuhe starrt [lacht]. 

Lulu: Aber von der Presse aus gab’s in letzter Zeit schon mehr Aufmerksamkeit.

Habt ihr als Band auch etwas davon abbekommen?

Henrique: Wir bekamen ziemlich viel Aufmerksamkeit, als wir anfingen, weil’s zu dieser Zeit noch kaum Musiker gab, die solche Art von Musik gemacht haben.  Auf jeden Fall ein gutes Zeichen für Leute, die ihr eigenes Ding durchziehen wollen. Ich meine all die postpunkartigen Bands, die grad so groß sind bekommen zwar mehr Presse, aber das ist nicht langlebig. Wenn diese Schiene dann wieder out ist, dann müssen diese Bands auch wieder einen neuen Sound finden. 

Meinst du wie The Horrors? Ihr zweites Album klingt ja komplett anders als der Vorgänger und deckt sich nun ziemlich mit der aktuellen Londoner Szene…


Lulu: Ich weiß nicht, ob sie es mit Absicht getan haben, aber es war auf jeden Fall ein guter Schritt. Wir haben echt viel über das neue Album geredet, aber letztendlich mögen wir trotzdem das Erste lieber. Es klingt so rau und außerdem war das Musik, die es davor noch nicht gab. England war davor immer dominiert von all diesem Libertines-Zeug.

Glaubt ihr, dass Shoegaze eine Art Revival haben wird?

Henrique: Ich find’s eigentlich ziemlich schwer Shoegaze zu definieren. Manche Leute sagen das klingt wie My Bloody Valentine und andere sagen The Horrors wären Shoegaze.

Es gibt wahrscheinlich zwei verschiedene Betrachtungsweisen. Entweder nimmst du Shoegaze als etwas SLOWdive-artiges oder als etwas schnelleres, raueres á la The Jesus and Mary Chain wahr. Ich finde auch, dass ihr wie positiver Shoegaze klingt.

Henrique: Das klingt gut!

Lulu: Das ist echt lustig, weil ich unsere Musik nie als Shoegaze definiert hätte [lacht]. Aber du hast schon Recht, schließlich haben die Bands des Genres einen riesigen Einfluss auf uns. 

2007 hatte The Jesus and Mary Chain, eine der erfolgreichsten Shoegaze Bands eine Reunion. Wie fandet ihr das?
Lulu: Wir waren bei einem ihrer Gigs und das war echt seltsam, weil dort so viele berühmte Leute aus Bands waren, die wir lieben.

Henrique: Wir sind große Fans der Band und haben das Konzert wirklich genossen. 

Denkt ihr nicht, dass die Reunion der Band und ihrem doch ziemlich ungestümen Ruf schaden könnte? Schließlich sind Jim und Will Reid ziemlich in die Jahre gekommen…


Lulu: Ja, ihr Konzert war definitiv anders. Ihr Konzept hat sich sehr verändert. Es schien, als würden sie nun ihre alten Songs so professionell wie möglich spielen wollen. Es war nicht mehr so wie damals, aber trotzdem wir haben es trotzdem geliebt.

Ihr habt mit Produzenten wie Brian O'Shaungnessy (My Bloody Valentine, Primal Scream) und Tim Holms (Death In Vegas) gearbeitet. Hatten sie einen Einfluss auf eure Musik?

Henrique: Ja, hatten sie und ich werd dir erklären inwiefern.  Ich mein, letztendlich haben wir unser kommendes Album allein aufgenommen, ohne Produzenten. Der Grund dafür ist, dass die Arbeit mit diesen wirklich tollen Menschen nicht so lief, wie wir es uns vorgestellt hatten. Als Band solltest du etwas völlig neues machen, also etwas kreieren, was es nie zuvor gab.  Erst dann hast du einen Grund auf die Bühne zu gehen und dem Publikum zu sagen, dass man es für eben dieses tut und für niemand anderen. Aber wenn du mit wen anderes arbeitest, jemanden der eine komplett andere Idee im Kopf hat als du, dann kann es nicht so werden, wie du es dir vorgestellt hast. Darum haben wir uns dazu entschlossen das Ganze selbst zu machen.  Alles Gute, was dann von der Platte kommt, kommt von uns. Für alles Schlechte können wir uns dann selbst die Schuld geben. Das Album wird also zu 100 Prozent The Tamborines sein. Ich mein, es ging ja auch niemand zu Leonardo DaVinci und sagte „Lass das anders machen und das auch”. Es muss die Vision des Künstlers sein und eine Band sollte auch das Recht haben zu versagen.

Lulu: Wir haben ein paar Songs mit ihnen aufgenommen und einer davon war ‘ne Single. Wir hatten jetzt keine großartigen Unstimmigkeiten, aber es passt einfach nicht, sie hatten einfach andere Vorstellungen. Tim sah uns spielen, als wir noch ganz frisch waren und noch kein gutes Equipment besaßen. Unser Sound war dementsprechend schlecht. Er dachte wahrscheinlich, er wüsste wo wir hin wollten, wie wir klingen wollten und deshalb wollte er uns wohl auch produzieren. Aber er hat uns missverstanden, konnte einfach nicht das einfangen, was wir wollten. Wir haben daraus geschlossen, dass Produzenten nur dann gut sind, wenn man die gleichen  Vorstellungen hat. Aber das ist schon innerhalb einer Band so schwer.

Produzenten sollten also eher neue Bands in Betracht ziehen, die nicht wissen was sie wollen, oder sich nicht einigen können…


Lulu: Ja, genau. Oder Bands, die einfach etwas anderes ausprobieren wollen.

Welche Rock’n’Roll Tragödie hatte den größten Einfluss auf die Musikgeschichte?
Lulu: Oh mein Gott [lacht].

Henrique:  Als Kind fand ich den Tod von Kurt Cobain extrem schockierend. Ich meine, er war die Ikone einer ganzen Generation. So ging es bestimmt auch Leuten  aus den 70s  mit Sid Vicious…John Lennon…

Lulu: Buddy Holly…

Henrique: Ja und vielleicht hat der Tod von Jay Reatard denselben Effekt auf die heutige Garage-Generation. Der Tod, der uns am meisten berührte, war der von  Arthur ‘Killer’ Kane (Bassist von den New York Dolls). Er hatte generell ein ziemlich trauriges Leben und war so ein ruhiger, gelassener Typ. Dann hatten sie dieses große Revival und waren so glücklich darüber und kurz darauf starb er. Ich mein, er starb, als sein Leben wieder lebenswert wurde.
Was jedoch eine richtige Tragödie für den Rock’n’Roll ist: MP3. Es scheint, als sei jegliche Art von Respekt verloren. Ich mein, nimm dir beispielsweise die erste Platte von  The Jesus and Mary Chain. Wenn du sie in deinen Händen hältst und dir das Cover anschaust, dann weißt du allein dadurch schon so viel über die Band und wie das Album klingen wird. Heutzutage lädst du dir einfach einen Song runter und diese ganze Magie ist verschwunden. Für unser kommendes Album werden wir ein fantastisches Albumcover haben. Eines, bei dem du genau weißt, in welche musikalische Richtung die Platte gehen wird. Ich freue mich  riesig drauf.
Der Erstling der Tamborines wird voraussichtlich im Sommer 2010 veröffentlicht.

Song you should listen to: On Yr Own
Myspace: http://www.myspace.com/thetamborines 

Beatclub Bandcorner no.35 - The Wave Pictures (uk)

Um das londoner Trio von The Wave Pictures zu beschreiben, muss man zuvor noch über deren Inspirationsquelle „Herman Dune“ berichten. Herman Dune (bis 2006: Herman Düne) sind ein im Jahr 1999 gegründetes französisches Indiepopduo, bestehend aus David-Ivar Herman Düne (Gitarre/Stimme) und Neman Herman Düne (Schlagzeug). Herman Dune werden den Genres Anti-Folk, Lo-Fi oder auch Folk zugeordnet. Nun aber zu den Wave Pictures..Dave Tattersall und Franic Rozycki gründeten zusammen mit Hugh J. Noble 1998 die Band "Blind Summit", die nach dem Ausstieg von Noble in The Wave Pictures umbenannt wurde. Mehrere Jahre lang machten sie nur sporadisch Musik, da sie nicht im selben Ort wohnten. Trotzdem spielten sie einige Konzerte, wo sie auch auf deren wegweisende Musen „Herman Dune“ und "Darren Hayman" stießen. H.Dune waren von den Engländern so angetan und nahmen sogar ein gemeinsames Album mit Coverversionen der jeweils anderen Band auf. Folgend sollte dies der Grundstock sein, aus dem Wohnzimmer auszubrechen (die ersten 5 Alben entstanden in diversen Londoner Wohnungen) um die Londoner Folkszene - und mehr - zu erobern. 

Florian Sievers schreib auf motor.de treffend..
"Die Platten machen der Bezeichnung "Wohnzimmer-Produktion" alle Ehre. The Wave Picture brachten ihre Lo-Fi Perlen aus dem Wohnzimmer ohne professionelle Hilfe unter die Leute, und das mit Erfolg. 2006 wurde endlich das Label Smoking Gun auf die Drei aufmerksam und veröffentlichte noch im selben Jahr ihr sechstes Album "Sophie“ (das Erste auf einem richtigen Label).  The Wave Picture werden 2007 auf Moshi Moshi Label-Nachbarn von Hot Club De Paris, Hot Chip oder Achitecture in Helsinki. Vorläufiges Happy End ist ihre siebte Platte "Instant Coffee Baby" (2008), die von den Kritikern gelobt wird und The Wave Picture endlich aus der Versenkung holt."

Song you should listen to: Strange Fruit For David
Myspace: http://www.myspace.com/thewavepictures
Video: http://www.youtube.com/watch?v=W3NU8GFzaRs (I Love You Like A Madman)
Editor: Marky Mushroom / Florian Sievers auf motor.de